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Wahlen in Kerala

Und wieder sind die Plakate an jede Mauer geklebt mit erstaunlich vielen Frauengesichtern drauf, kommunistischen Symbolen und einem siegessicheren Modi neben den lokalen Kandidaten. In Kerala stehen morgen Wahlen an, es wird heftig diskutiert, ob die Kongresspartei ihre Vormachtstellung halten oder an die Kommunisten abgeben muss. Modi's BJP hat hier einen schweren Stand, seine national-konservative Politik mit den unterschwelligen oder manchmal auch explizit fundamental-hinduistischen Zügen kommt im Süden nicht so gut an, wo man das Zusammenleben der immerhin drei grossen Religionen Islam, Christentum und Hinduismus ziemlich erfolgreich praktiziert.

Aber die BJP propagiert grosse Prestigeprojekte wie den Hafen in Trivandrum - ich hatte davon geschrieben - und das verfängt natürlich in den ärmeren Regionen, in denen sich in den letzten Jahren nicht viel verändert hat. In den letzten Wochen fuhren selbst in unserer kleinen Strasse täglich Jeeps mit Lautsprechern auf dem Dach im Schritttempo vorbei, manchmal bereits morgens um 6Uhr. Diese plärren vor sich hin und versuchen zwischen den Wahlparolen auch mit flotten Bollywood Songs die Wähler zu begeistern.

Zwei Dinge fielen uns nun in den letzten Tagen auf: erstens gibt es keine elektronische oder Briefwahl, man muss in persona in seinem Heimatort erscheinen. Ca. die Hälfte unseres Teams kann daher nicht stimmen gehen. Dies, so nehmen wir an. führt bei den mobilen Keraliten, die nicht mal eben für ein Wochenende nach Hause fahren können, zu tiefer Wahlbeteiligung und damit vielleicht auch zu Vorteilen für die eher traditionellen, etablierten Parteien, da es v.a. die Jungen sind, die fern von zuhause arbeiten.

Und zweitens wollten wir gestern Abend in einer Gruppe von 10 Leuten in unsere "Stammbar" im nächstgelegenen Hotel fahren, ein Bier trinken und Billard spielen - und standen vor verschlossenen Türen: zwei Tage vor der Wahl gibt es in ganz Kerala keinen Alkohol zu kaufen! Auf dass morgen nüchterne Entscheidungen getroffen werden! Alles Argumentieren, dass wir Ausländer sind und nicht stimmen, dass wir auch bei einem Wässerchen Billard spielen würden half nichts - die Bar blieb verschlossen.

So lud ich denn die Gruppe zu mir nach Hause ein und wir teilten uns die letzten Biere, Wein und Rum, die ich noch hatte. Drink gut - Alles gut sozusagen.

1.11.15 17:04

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