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Gastbeitrag von Helmuth

Das Auto kam direkt auf uns zu. Unser Rickschaw-Fahrer hielt unbeirrt seinen Kurs, mit genügend Zentimetern Abstand kamen wir aneinander vorbei. Ähnlich Situationen sollte ich in den nächsten vier Wochen noch manches Mal erleben und mich darüber wundern, dass ich keinen Unfall zu sehen bekam und die Fahrzeuge keine Blechschäden haben. Gibt es Indische Götter für den Strassenverkehr?

Nicola hat mich am Flughafen Trivandrum abgeholt. Draußen war die Luft dann doch noch ein wenig wärmer als im Flughafengebäude, aber die anschließende Fahrt mit dem offenen Piaggio-TukTuk war zwar beängstigend, aber kühlend. Trivandrum (Thiruvananthapuram) ist zwar eher eine kleinere Stadt (1 Mio E.), aber der Verkehr kann sich doch sehen lassen. Inzwischen habe ich gelernt, am besten überhaupt nicht auf den Verkehr zu achten, sondern mein Schicksal ganz einfach in die Hände des Chauffeurs zu legen und zu versuchen, mich zu entspannen; sein Wissen, dass der andere, der direkt auf ihn zufährt - bei Nacht besonders prickelnd - schon zur rechten Zeit ein paar Zentimeter ausweichen wird, stammt wohl aus langer Erfahrung.

Im Campus der Kanthari-Stiftung bin ich auf viele neue Gesichter getroffen: „Lehrkörper“, Kurs-Teilnehmer (Mai bis Dezember), Hauspersonal, so an die 40 Menschen; ich bin immer noch daran, mir die vielen exotischen (Vor-)Namen und Gesichter aller Hautfarben einzuprägen. Es herrscht eine zwar arbeitsame, aber doch entspannte, lockere Stimmung. Der Eifer aller Beteiligten, etwas zu schaffen, in der begrenzten Zeit zu erreichen , ist mit Händen zu greifen.
Dreimal am Tag wird (warm) im Auditorium gegessen, viel Reis, Gemüse, appetitlich angemacht. Keine alkoholischen Getränke. Für mein leibliches Wohl ist also gut gesorgt.
Nicolas’ Domizil ist fünf Gehminuten vom Campus entfernt, so dass ich mittags bequem zu meiner Siesta heimkehren kann.
Die Hitze ist erträglich, besonders, wenn die Sonne nicht scheint. Dann haben wir kaum mehr als 27°, mit Sonne allerdings über dreißig. Das Wasser des großen Vellayani-Sees, direkt am Campus gelegen, hat wohl an die 26°, ist aber doch eine Wohltat. Abends (nach der Arbeit) sind wir meist zu mehreren am Schwimmen.
Am Wochenende war ich mit Nicola am Meer. 30 Minuten Rickshaw-Fahrt von hier liegt der (Bade-)Ort Kovalam, lange Strandpromenade, viele Restaurants, natürlich mit allen Arten von Fischen und Meeresgetier im Angebot, außerdem viele Andenken- und Stoffläden mit den tollsten Stoffen in allen Farben. Da haben wir dann erstmal unsere Käufe und Aufträge erledigt, anschließend lecker Fisch gegessen und der Brandung zugesehen und zugehört. Bier gibt’s - unter dem Tisch eingeschenkt - in Kaffeebechern serviert, die Restaurants haben keine Alkohol-Lizenz, wohl zu teuer.
Ich sitze in meinem gegenwärtigen Feriendomizil am Tisch, der Fan dreht seine Runden an der Decke und ich schwitze vor mich hin, an den ständigen Schweißfilm auf der Haut kann man sich gewöhnen. Draußen keckern die Vögel.
Etliche der Kurs-Teilnehmer gehen übers Wochenende nach Kochin, ich sollte auch mit, habe aber was Besseres vor: Ende der Woche kommt Till aus dem Internat und bleibt ein paar Tage hier, um dann in die Schweiz zu reisen (Herrliberg / Solothurn).
Dann werden wir , falls er nicht die ganze Zeit schläft, mit ihm noch einmal nach Kovalam, um die geschneiderten Sachen abzuholen und uns im Liegestuhl an den Strand zu legen, das Meer zu schmecken und gut zu speisen. –
Inzwischen waren wir dort, ohne Liegestuhl, es hat geregnet, aber das Meer ist und bleibt ein Erlebnis.
Helmuth

29.11.15 09:16

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